Hattenheim - Gestern und heute

Hattenheim liegt im Herzen eines einzigartigen Weinbaugebiets, eingebettet zwischen den grünen Taunusbergen und dem das Sonnenlicht reflektierenden Wasserspiegel des Rheins. Hier befindet sich die einzige Stelle seines Verlaufs, an der der Fluß von Ost nach West fließt und sich die mit Reben bepflanzten Hänge nach Süden neigen. In diesem besonderen Mikroklima, mit ausgeglichenen Tag- und Nachttemperaturen und geringen Niederschlägen gedeihen außer den Reben auch Feigen und Mandeln.

Tatsächlich kommt ein beachtlicher Teil der Rheingauer Spitzengewächse aus der nur 250 Hektar großen Rebfläche Hattenheims. Etwa 40% seiner Weinberge sind Erste Gewächs Lagen. Die Tradition der Weinerzeugung reicht zurück in römische Zeit, was durch zahlreiche Funde, wie z.B. ein Winzermesser belegt wird. Die eigentliche Bedeutung erlangte das im Jahre 945 erstmals urkundlich erwähnte Hattenheim jedoch durch die Gründung der Zisterzienser Abtei Kloster Eberbach im Jahre 1116. Die meisten Weinbergslagen sind bereits im Güterverzeichnis des Klosters aufgeführt, das vor 1211 angelegt wurde. So genießen die Hattenheimer Weinbergslagen weltweiten Ruf: Nussbrunnen, Wisselbrunnen, Mannberg, Pfaffenberg, Hassel, Engelmannsberg, Schützenhaus und Heiligenberg.

Heutzutage ist die Weinerzeugung in Hattenheim nicht weniger bedeutend. Einige Rheingauer Spitzenbetriebe finden sich hier und werden in hervorragender Weise durch verschiedene gastronomische Glanzlichter, Die Adlerwirtschaft, Hotel-Restaurant Kronenschlösschen, Hotel-Weinhaus Zum Krug, ergänzt.

Jährlich stattfindende weinkulturelle Veranstaltungen wie das "Rheingau Gourmet & Wein Festival" im Kronenschlösschen profitieren davon. In vielfältiger Weise wird auch das "Wein"-Kloster Eberbach für Veranstaltungen, wie die jährlich stattfindenden Weinversteigerungen , das "Rheingau Musik Festival" und die Riesling Gala in Kloster Eberbach, im Rahmen der "Glorreichen Rheingautage", genutzt.

Eines der Wahrzeichen des geschichtsträchtigen Weinortes Hattenheim ist die Burg. Das von den "Herren von Hattenheim" erbaute Anwesen mit seinem pittoresken Ambiente dominiert seit 1131 das Ortszentrum, welches geprägt ist von den herrlichen Fassaden der alten Fachwerkhäuser und der Adelshöfe.

Die katholische Pfarrkirche St. Vincentius datiert aus dem Jahre 1740. Frühgotische Elemente sind die ältesten Merkmale und weisen auf die Entstehungszeit im 13. Jahrhundert hin. Die Kreuzigungsgruppe auf dem Vorplatz stammt aus der Backoffenschule und ist nur ein Beispiel zahlreicher Sehenswürdigkeiten.

Nicht unerwähnt bleiben soll der Hattenheimer Weinprobierstand, auch "Fässchen", oder "Fässer" genannt. Er hat seinen Namen von den drei großen Holzfässern aus denen die Hattenheimer Winzer über den Sommer hinweg wöchentlich abwechselnd ihre Weine ausschenken. Durch seine einmalige Lage, nur durch eine große Wiese vom Fluß getrennt, ist er mit Sicherheit einer der schönsten im gesamten Rheingau. Hier trifft der Hattenheimer Slogan "Wo selbst der Rhein Pause macht" voll und ganz zu.

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